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"Krasser als gedacht": Tolle Stimmung bei der Bochumer KinderUni

"Das ist ja krasser, als ich gedacht hatte": Mit diesen Worten stürmt der 9-jährige Erik aus dem großen Saal im Audimax ins Foyer und steuert zielstrebig einen der zahlreiche Stände mit Exponaten an. Zu den Römern geht es zuerst, nachdem zuvor Wirbel, Tornados und Blitze ihn und 900 weitere Grundschulkinder begeistert hatten. Der Physiker Prof. Andreas Wieck zeigte den Kindern, wie Wirbel entstehen und wie man mit einer Rauchtrommel, gebaut aus alltäglichen Dingen wie einem fassähnlichen Gebilde und einem Müllsack, Parfüm mit Marzipanduft in Rauchringen auf die Zuschauerränge befördert.

Aufregend ist die Bochumer KinderUni für die jungen Studentinnen und Studenten, abwechslungsreich und vor allem spannend. "Spannung zwischen Himmel und Erde" lautet nicht zufällig der Titel der Veranstaltung, die am 29. und 30. Oktober 2008 jeweils 900 Kinder aus Bochum und der Umgebung erleben. Die Resonanz aus den zuvor angeschriebenen Grundschulen aus dem Ruhrgebiet war überwältigend, die Veranstalter – die vier Bochumer Hochschulen – hätten das Audimax auch eine Woche lang füllen können.

"Die Veranstaltung ist super, die Stimmung total gut", sagt der Rektor der Ruhr-Universität, Prof. Elmar Weiler, strahlend. "Die meisten Kinder sind sicher zum ersten Mal in einer Hochschule und tragen die Begeisterung weiter. Für die Studentengeneration von morgen ist die KinderUni sehr ansprechend, daher sollten wir dieses Angebot auch in Zukunft machen oder sogar noch ausbauen", so Weiler.

An den Ständen im Foyer belagern die Kinder inzwischen die Exponate und die Wissenschaftler, sie fragen ihnen Löcher in den Bauch und legen selbst Hand an. Der 8-jährige Stefan zieht mit Hilfe eines Flaschenzugs einen Wasserkasten in die Höhe, den er ohne die technische Hilfe nicht allein stemmen könnte. Christian aus Bochum hat beim Reaktionstest mit "super" abgeschnitten, bescheinigt ihm die ausgestellte Urkunde. Die 9-jährige Malvina bläst einen Ballon auf, der über ein Glas gestülpt ist. Im Glas befindet sich Vogelsand, den man sonst nur aus dem Vogelkäfig kennt, und ein bestimmter Essig. Langsam füllt der Ballon sich mit Luft. "Wie geht das, wie funktioniert das, warum ist das so", das sind die häufig gestellten und gern beantworteten Fragen. Bei den Vorträgen und Vorführungen im großen Saal erfahren die Kinder zum Beispiel, wie wir träumen und was dabei im Gehirn passiert, wie ein Auto nur mit Hilfe des Sonnenlichts fahren kann und wie ein Blitz entsteht. Spannung zwischen Himmel und Erde – dazu bleibt heute keine Frage offen.

Jens Wylkop